4.1 Betreuung von Kindern unter 3 Jahren

4.1.1 Gruppenstruktur / Betreuungszeiten

Zum Alters-Stichtag für das Kindergartenjahr (jeweils 01.11. d. J.) müssen die Kinder mindestens 12 Monate alt sein.

 

Die Gruppenstärke erfolgt nach den Regelungen des KiBiZ. So haben wir eine Gruppe für Kinder von 2 bis 6 Jahren (Gruppenform I), eine Gruppe für Kinder von 1 bis 3 Jahren (Gruppenform II) und zwei Gruppen für Kinder von 3 bis 6 Jahren (Gruppenform III)

 

4.1.2 Räumliche Voraussetzungen und Raumgestaltung

Die aktuelle Gestaltung des Außengeländes sowie aller Innenräumlichkeiten wurde auf die Bedürfnisse und die altersentsprechenden Fähigkeiten der Kinder abgestimmt.

 

Die Sonnenblumengruppen (1 bis 3 jährige Kinder) und die Gänseblümchengruppe (2 bis 6 jährige Kinder) verfügen jeweils über einen großen Gruppenraum mit Frühstückstisch und angrenzender Küche, Kreativbereich, Rollenspielbereich, Leseecke, Bauecke sowie einen großen Spiel- und Beschäftigungsteppich. Im Nebenraum befinden sich insbesondere in der Sonnenblumengruppe kleine Podeste und schiefe Ebenen, die dem Trainieren des Laufens dienen. Ebenso gibt es reichliche Griffmöglichkeiten, damit die Kinder im Übergang vom Krabbeln zum Laufen sich sicher selbst hochziehen können. Gerade für die jüngsten Kinder ist es wichtig möglichst viel Raum zum Erkunden und Entdecken zu haben. Krabbeln, Robben und erste Schritte würde durch einen durch Tische verstellten Raum erschwert. Daher befindet sich in der Sonnenblumengruppe lediglich ein großer Tisch der hauptsächlich für die Mahlzeiten vorgesehen ist. Ein kleiner Mal-Tisch findet sich ebenfalls im Gruppenraume

 

Der Waschraum bietet den Kindern drei Waschbecken in unterschiedlichen Größen und zwei Kindertoiletten. Der Nebenraum der Gruppe bietet eine Rückzugsmöglichkeit für die Kinder. Daneben ist der Schlaf – und Ruheraum sowie der Wickel –und Pflegebereich.

 

Die Räumlichkeiten bieten eine differenzierte Gestaltung für die Kinder aller Altersstufen sowie ausreichend Platz für die vielfältigen Aktivitäten der Kinder. Die entsprechenden Spiel- und Beschäftigungsmaterialien sind klar dem jeweiligen Bereich zugeordnet und somit für die Kinder genau überschaubar. Fast alle Regale sind offen, so dass sich jedes Kind die Spielmaterialen selbstständig herausholen kann.

 

4.1.3 Pädagogisches Personal

Das Team setzt sich zusammen aus Fachkräften mit mehrjähriger Erfahrung in U 3 Gruppen. Sie haben sich darüber hinaus zu verschiedenen Themen aus dem U 3 Bereich fortgebildet.

 

In Teamsitzungen und auf Konzeptionstagen wurde ein eigenes Profil für unsere Arbeit mit Kindern unter drei Jahren entwickelt.

 

Der Dienstplan des pädagogischen Personals wurde an die Bedürfnisse der jüngeren Kinder angepasst. Die Kinder haben ihre feste Gruppenzugehörigkeit. Zudem sind die Gruppen immer mit den gleichen Bezugspersonen/Erzieherinnen während der gesamten Öffnungszeit besetzt. In Krankheits- und Urlaubsausfällen streben wir immer die gleiche Vertretungskraft als Begleiter der Kinder an.

 

4.1.4 Organisationsstruktur und Qualifizierung der pädagogischen Arbeit

Aktionen und Angebote werden dem Entwicklungskind des Kindes angepasst. Im Gruppenalltag finden für die Kinder offene Angebote statt. Diese erfolgen in der Regel in Kleingruppen, und sind in der U3arbeit grundsätzlich prozessorientiert. Das bedeutet, dass es nicht darum geht, ein „Endprodukt“ zu erstellen, sondern Bereiche wie die Wahrnehmung der Kinder, sprachlichen oder motorischen Kompetenzerwerb und weitere Entwicklungsförderung beinhalten, somit arbeiten wir mit den Kindern.

 

Entwicklungsorientiert

Wir als Erzieher*innen stellen den pädagogischen Rahmen, indem wir unser Wissen und unsere Erfahrungen einbringen und die Kinder unterstützen und begleiten.

 

Im Rahmen der in den Bildungsgrundsätzen des Landes NRW aufgeführten Bildungsbereichen stehen dem Kind Materialien zu Verfügung mit dem es seine Neugierde und sein Wissen erweitern kann. Hier einige Beispiele:

 

Musische ästhetische Bildung:

  • Lieder hören, kennen lernen und singen
  • Selber mit Musikinstrumenten Klänge erzeugen

 

Sprache und Kommunikation:

  • Kommunikation durch altersgemischte Gruppen / Gespräche
  • Bilderbücher
  • Rollenspiele

 

Bewegung:

  • Angeleitete Bewegungsförderung
  • Freie Bewegung im Außenbereich, Gruppenraum

 

Naturwissenschaftliche –technische Bildung:

  • Entdeckung von Natur im Außengelände
  • Spaziergänge durch die Felder, nahe gelegener Wald
  • Experimente

 

Sozialer und (interkulturelle) Bildung:

  • Gefühle erkennen und äußern
  • Regeln einhalten
  • Grenzen setzten, Grenzen akzeptieren
  • Rücksichtnahme, Hilfestellung, nehmen und geben
  • Stärkung Selbstbewusstsein
  • Wertschätzung und Respekt

 

4.1.5 Eingewöhnungszeit

Gerade für die unter Dreijährigen ist eine langsame Eingewöhnungszeit und ein Heranführen an die Gruppenabläufe wichtig.

 

In den ersten Kindergartentagen erleben die Kinder gemeinsam mit einem Elternteil den alltäglichen Ablauf im Gruppengeschehen. Stundenweise aufbauend nach dem Entwicklungsstand des Kindes besteht so die Möglichkeit Vertrauen zu der neuen Bezugsperson aus dem Kindergarten zu gewinnen. In der Eingewöhnungszeit beobachten wir die Kinder, wie sie sich in der neuen Umgebung zu Recht finden und geben ihnen Geborgenheit und Sicherheit, damit sie sich wohl fühlen und ihren neuen Alltag meistern können. Daraufhin finden wir mit den Eltern für die ersten Wochen eine individuelle Betreuungszeit. Dem entsprechend besonders wichtig: Das Kind bestimmt das Tempo!

 

Hinweise zur Eingewöhnung:

  • Rechnen Sie für die Eingewöhnung ihres Kindes mit einem Zeitfenster von 4 bis 6 Wochen.
  • Ist die Eingewöhnung gut verlaufen können sie sich auf die hier entstandene Bindung zwischen Kind und Erzieher*in verlassen.
  • Verläuft die Eingewöhnung zu schnell oder unregelmäßig kann es länger dauern, dass ihr Kind eine Bindung zur Erzieher*in zulässt, Unsicherheit und ein ständiger Trennungsschmerz zwischen ihnen und ihrem Kind kann die Folge sein.
  • Eine individuelle Abstimmung vor und während der Eingewöhnung ist zwischen Erzieher*in und Eltern von unabdingbarer Notwendigkeit!

Auch ein gut eingewöhntes Kind kann nach einigen Wochen nochmal einen „Rückschritt“ machen. Dies äußert sich meist in schwierigen Trennungsphasen oder Unlust in die Kita zu gehen. In diesem Fall kann ein Austausch mit den Erzieher*innen über den Umgang mit dieser Phase hilfreich sein.

Aus unserer Erfahrung fällt es Kindern, die regelmäßig eine Krabbelgruppen / Eltern-Kind-Spielgruppe oder vergleichbares besuchen, leichter sich mit der neuen Gruppen-Situation zu Recht zu finden.

Um den Einstieg in diese neue Situation zu erleichtern, dürfen die Kinder gerne ihren Schnuller, ihr Schmusetuch oder das geliebte Kuscheltier mitbringen.

 

4.1.6 Tagesablauf

Im U3 Bereich nimmt das Erleben und Begleiten des Kitaalltags den größten Teil der pädagogischen Arbeit ein. Gerade die Jüngsten benötigten feste Rituale und eine tägliche Routine an denen sie sich orientieren können. Daher sind feste Tagesabläufe, die dennoch genügend Freiraum für flexible Veränderungen bieten, von hoher Bedeutung. An den festen Tagesablaufstrukturen können sich die Kinder täglich orientieren und erfahren somit Sicherheit.

 

Eckpunkte für die Gestaltung eines Tagesablaufs in der Sonnenblumengruppe U 3

  • Begrüßung, Kontaktaufnahme mit der Bezugsperson im Kindergarten (In dieser Zeit finden keine angeleiteten Angebote statt, um Erziehern und Eltern den Raum und die Zeit zu geben, die Kinder in Ruhe zu übergeben, und sich kurz darüber auszutauschen, wie es dem Kind an diesem Tag geht, und was eventuell zu beachten ist. Auch die Kinder sollen die Gelegenheit haben in Ruhe anzukommen, die Gruppe zu erkunden und zu schauen womit sie sich beschäftigen möchten)
  • Gemeinsames Frühstück als soziales Angebot und Förderung der Selbstständigkeit
  • Erleben des Gruppenalltags mit gelegentlichen kleinen Angeboten. Hauptsächlich werden den Kindern Freispielphasen eingeräumt. Das heißt, as Kind wählt eine Tätigkeit, ein Spiel oder erkunden einen Gegenstand und wir Erzieher*innen begleiten es dabei. Dies kann auch bedeuten, dass wir es selbstständig arbeiten lassen und es dabei beobachten. Besonders in der U3 Arbeit besteht Unterstützung oft darin, das Kind selber wirken zu lassen.
  • Altersgemäße Rituale und Spiele.
  • Bewegungsangebote/Freispiel: Nutzung des Außengeländes, Bewegungsraum Individuelle Ruhezeiten nach den Bedürfnissen des Kindes. Die Schlafenszeiten richten sich nach den Bedürfnissen des Kindes. Benötigt das Kind noch einen Vor- oder Nachmittagsschlaf, wird ihm dieser ermöglicht.

Die Dauer des Mittagsschlafes ist je nach Alter oder individueller Belastung des jeweiligen Kindes verschieden. Uns ist es wichtig, unsere Arbeit möglichst nach dem individuellen Schlafrhythmus der Kinder zu richten, um ihnen diese wertvolle Möglichkeit der Regeneration und der Verarbeitung der vielen Erlebnisse des Tages zu ermöglichen. Hierbei ist es von besonderer Wichtigkeit, die Kinder nicht in den für sie so wichtigen Tiefschlafphasen zu stören.

  • Gemeinsames Mittagessen

  • Ausklang und Vorbereitung auf zu Hause

 

Schlafen, Ruhen und Träumen

Ein Kindergartenvormittag bedeutet für die „Kleinen“ eine Vielfalt an neuen Eindrücken, Erlebnissen und neuen Abenteuer. Das heißt, dass sie müde werden und eine Ruhephase benötigen um neue Kraft zu schöpfen.

 

Gemütliche Schlafgelegenheiten, Kuschelkissen und die eigene Matratze mit Bettzeug für jedes Kind, ermöglicht den Kindern sich je nach Bedürfnis im abgedunkelten Nebenraum zurückzuziehen, zu entspannen oder zu schlafen. Sie werden hierbei von einer Erzieherin begleitet.

 

Erlebnis Essen und Genießen/Mittagessen

Um 12:30 Uhr gibt es in unserer Einrichtung Mittagessen. Wir sehen die Mahlzeiten als ein soziales Ritual. Hier können die Kinder sich in der Kleingruppe gemeinsam erleben und kommunizieren. Die Erzieher*innen gestalten einen Essbereich in ruhiger Atmosphäre und bringen den Kindern die Regeln der Esskultur im täglichen Miteinander nahe. Sie lernen mit Messer, Gabel und Löffel zu essen.

 

Die Sonnenblumengruppe beginnt spätestens um 11:15 Uhr das Mittagessen mit einem gemeinsamen Tischspruch. Wie in vielen Bereichen des Kita Alltags ist es uns auch beim Mittagessen wichtig, dass die Kinder so selbstständig wie möglich agieren können. Bei den ersten Versuchen eigenständig zu essen, geht öfter mal was daneben. Das gehört zum Entwicklungsverlauf dazu, und soll die Kinder nicht beschämen. Unsere Kleinsten essen gerne schon mal mit den Händen. Dies ist für ihre Entwicklung wichtig, denn sie „begreifen“ ihre Umwelt im wahrsten Sinne des Wortes. Die Erzieher*innen gestalten einen Essbereich in ruhiger Atmosphäre und bringen den Kindern die Regeln der Esskultur im täglichen Miteinander nahe. Nach einem ebenfalls gemeinsamen Tischspruch, der das Essen beendet, räumen die Kinder weitestgehend selbstständig und wiederum entsprechend ihrer individuellen Entwicklung ihr Geschirr ab.

 

Bedeutung der Pflege

Zum Aufbau und Festigung gegenseitiger Beziehung gehört die ungeteilte Aufmerksamkeit, die ein Kind beim Wickeln und der Körperpflege erfährt. Dieser gemeinsame Dialog wird in unserem Kindergarten als Bildungssituation genutzt und gestaltet.

 

Beispiele von Bildungsmöglichkeiten für das Kind

  • Wahrnehmung
  • Erlernen des Körperschemas
  • Kooperation mit dem Erwachsenen

Das Kind lernt zu dem im Verlaufe seiner Kindergartenzeit selbstständig die Hände und das Gesicht zu waschen und auf Toiletten zu gehen.

Wechselsachen, Windeln und Pflegeprodukte werden von den Eltern mitgebracht.

 

4.1.7 Elternarbeit

Für das Kind möchten wir optimale Entwicklungsbedingungen schaffen und somit sind die Eltern unsere direkten Ansprechpartner.

Die wichtigsten Elemente einer gelungenen Elternarbeit sind:

  • Entwicklung einer Vertrauensbasis
  • Regelmäßiger Informationsaustausch zwischen Eltern und Erzieher*innen
  • Informationsabende zu Erziehungsfragen/ Austausch
  • Gemeinsame Feste
  • Elternbefragungen zu Wünschen und Erwartungen

 

4.1.8 Bildungsdokumentation

In der gesamten Kindergartenzeit wird für jedes Kind eine Bildungsdokumentation erstellt. Diese beinhalteten Beobachtungen festgehalten im Entwicklungsbogen (von Kornelia Schaaf-Kirchner, Verlag an der Ruhr 2014) und im BASIC-Bogen (von Renate Zimmer, Herder Verlag 2015). In einem Portfolio werden „Arbeiten“ aus den verschiedenen Bildungsbereichen, Fotos von Aktionen und dem alltäglichen Spiel und selbst gestaltete Bilder und Bastelwerke des Kindes gesammelt.

Mindestens einmal im Jahr bieten wir ein Entwicklungsgespräch an. Hier bekommen die Eltern eine fachliche Rückmeldung über den Entwicklungsverlauf und –Stand ihres Kindes.

 

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