6. Unsere pädagogischen Ziele

6.1 Erziehung zur Selbstständigkeit

„Gerade klare Menschen, sind ein schönes Ziel …“ diese Textzeile aus dem Lied „Sind so kleine Hände“ von Bettina Wegener beschreibt ein großes Ziel mit einfachen Worten. Dazu gehört, dass wir uns Zeit nehmen und den Kindern Zeit geben verbunden mit dem geschützten Raum. Das Ziel ist also die Entwicklung der Kinder verbunden mit Vertrauen und Zutrauen zu ihnen. Dieses Ziel erreichen wir aber nur, wenn es uns gelingt eine gute Verbindung zu knüpfen zu Kind – Eltern – Erzieher, denn nur wenn wir in einem guten Kontakt sind, ist Platz für Entwicklung.

Alles zusammen sind dies große Worte. Doch woran erkennen wir, dass wir auf diesem Weg sind? Dazu sollen uns einzelne Zielmarken leiten, die wir uns im Alltag immer wieder bewusst machen.

Eines unserer Ziele ist die Förderung der Selbstständigkeit. Dieses erreichen wir, indem wir den Kindern Raum und Zeit für Selbstbetätigung und Eigenaktivität geben.

Durch ein vielfältiges Angebot an Möglichkeiten werden die Kinder zum Handeln herausgefordert. Spielmaterial und neue Situationen schaffen Bereiche, in denen die Kinder alleine oder gemeinsam mit anderen tätig sind.

Die Kinder lernen ihre Bedürfnisse zu äußern und eigene Entscheidungen zu treffen. Sie bekommen ein positives Selbstwertgefühl wenn wir ihnen Vertrauen und Geborgenheit entgegen bringen. Das bedeutet, ihnen auch Dinge zuzutrauen und sie selbstbestimmt handeln zu lassen.

Innerhalb der Selbstständigkeitserziehung soll ein partnerschaftliches, gewaltfreies und gleichberechtigtes Miteinander erlernt werden, dies unterstützen auch unsere Regeln und Grenzen.

Unser Ziel ist es, die Kinder in ihrer gegenwärtigen Lebenssituation zu begleiten. Wir bieten ihnen die Möglichkeit, Zusammenhänge zu erkennen und geben ihnen damit die Hilfe zur selbstständigen Bewältigung künftiger Lebenssituationen.

Gleichzeitig wollen wir die Lage unserer Einrichtung neben dem „Waldorfer Schulwald“ nutzen, um die Kinder nicht nur das sozial Miteinander erleben zu lassen, sondern auch dass wir Menschen Teil der Natur sind. Dazu wollen wir mit den Kindern immer wieder hinaus in die nahe Umgebung gehe.

 

6.2 Sozialerziehung

Ein weiteres Ziel ist das Sozialverhalten der Kinder zu unterstützen und zu fördern. Es ist wichtig, um mit anderen Menschen leben und kommunizieren zu können. Dies ist die Basis für ein stabiles Miteinander, auch im späteren Schul- und Berufsleben.

Um ein akzeptiertes Sozialverhalten zu erlernen, braucht das Kind ein positives Vorbildverhalten von uns Erziehern sowie stabile Beziehungen. So lernt es Vertrauen zu sich und anderen aufzubauen. Dies erreichen wir, indem wir jedem einzelnen Kind unsere Anerkennung und unseren Respekt entgegenbringen.

Ebenso schaffen klare Grenzen und Regeln, die wir gemeinsam mit den Kindern erarbeiten, Sicherheit und Geborgenheit.

In schwierigen Lebenssituationen nicht gleich aufzugeben, sondern andere Möglichkeiten zu finden, erlernen die Kinder z.B. in Konfliktsituationen. Wir unterstützen sie dabei zufrieden stellende Lösungen für alle Beteiligten zu finden (siehe Konflikte).

Auch das Knüpfen und Halten von Kontakten wird ständig geübt und erfahren, beispielsweise z.B. in Rollenspielen. Die Kinder tauschen sich darüber aus, wer mitspielen darf, was gespielt wird und wie das Spiel verlaufen soll. Dabei probiert sich das Kind in verschiedenen Rollen und Situationen aus.

Auf diese Weise erfahren sie, mit welchen Verhaltensweisen sie von anderen Menschen angenommen und akzeptiert werden.

Um die Bedeutung dieses Teils unseres Bildungsauftrages zu unterstreichen hier ein Zitat:

„Alles, was ich wirklich über mein Leben, über die Art, wie ich es führen und was ich tun und wie ich sein soll, wissen muss, habe ich schon als Kind gelernt. Nicht den ätherischen Höhen der High School, sondern dem Sandkasten im Kindergarten habe ich all meine Weisheit zu verdanken. Dort habe ich folgendes gelernt:

Teile alles mit den anderen.
Sei fair.
Schlage niemanden.
Lege die Dinge immer dorthin zurück, wo du sie gefunden hast.
Räume deine Sachen auf, wenn du sie in Unordnung gebracht hast.
Nimm nichts, was dir nicht gehört.
Entschuldige dich, wenn du jemanden wehgetan hast.
Wasch dir vor dem Essen die Hände … „

Robert Flughum

 

6.3 Erziehung zur Selbstsicherheit und Entwicklung der eigenen Persönlichkeit

Wir akzeptieren das Kind als eine eigenständige und individuelle Persönlichkeit und unterstützen es Selbstbewusstsein und emotionale Stärke zu entwickeln.

Indem wir ihre Gefühle zulassen und annehmen und ihnen genügend Freiräume für selbstständiges Handeln schaffen, erfahren sich die Kinder in unserem Kindergarten als eigenständige und geschätzte Persönlichkeiten.

Die Kinder können sich in unserer Einrichtung darin üben Konflikte auszutragen, um so ihre positive Durchsetzungsfähigkeit zu stärken. Diese können sie dann in Kommunikation mit anderen Menschen sinnvoll einsetzen.

Wir ermutigen die Kinder Vertrauen in ihre eigenen Leistungen zu entwickeln und Fehler als Lernprozess zu sehen. Eine realistische Selbsteinschätzung hilft den Kindern dabei positive Erfahrungen zu sammeln.

Der Prozess zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit ist eine lebenslange Entwicklung, zu der wir in unserem Kindergartenalltag beitragen möchten.

 

6.4 Partizipation

Wir verstehen unsere Einrichtung als ein lernendes System. Unsere Handlungen basieren auf Wissen, Erfahrung, und Wahrnehmung mit allen Sinnen. Aus der Bewertung dieser Aspekte entwickeln wir unser Handeln. Kommunikation ist dabei ein wesentlicher Bestandteil von Handlung. Wie plane ich, wie realisiere ich, wie verbessere ich die Handlungen? Mit diesen Grundhaltungen entwickeln wir unsere Handlungsabläufe stetig weiter.

Partizipation bedeutet Beteiligung an Planungen und Handlungen im Alltag. Somit verstehen wir Partizipation als Querschnittsaufgabe, die in unsere Handlungsabläufe einfließt. Somit findet sich in dem Blickpunkt „Partizipation“ auch unser Bild der Persönlichkeit des Kindes wieder (vgl. 4.3). Das hier niedergeschriebene Konzept ist somit ebenfalls nicht statisch sondern wird stetig weiterentwickelt.

Um Kinder an Entscheidungen beteiligen zu können, unterstützen wir die Kinder dabei, Bewertungen und Entscheidungen treffen zu können.

 

6.5 Förderung der Kreativität

Kreativität bedeutet nicht nur malen, basteln, musizieren und gestalten, sondern ist vor allem der Prozess verschiedene Lösungsmöglichkeiten zu finden. Wichtig ist hierbei das eigenbestimmte, selbstständige Tun der Kinder und die Freude die sie dabei empfinden. Dieses stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder und ermutigt sie immer neue, unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten auszuprobieren, um ihre Ziele zu erreichen und Probleme zu lösen. Unsere Methode die Prozesse der Kreativität zu unterstützen und zu fördern setzen wir um, indem wir die äußeren Rahmenbedingungen an die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Kinder anpassen.

Dies sieht man z. B. an dem vielfältigen, multifunktionalem Einsatzmöglichkeiten des Materials, das den Kindern zur freien Verfügung steht sowie den entsprechend gestalteten Gruppenräumen. Eine weitere wichtige Voraussetzung sehen wir darin, dass Zeit, Muße, Raum und Spaß in ausreichendem Maße vorhanden sind. All dies lädt die Kinder zum Experimentieren und Weiterentwickeln ein.

Wir greifen Ideen der Kinder auf und unterstützen sie diese möglich zu machen (Hilfe zur Selbsthilfe). Weitere Möglichkeiten ergeben sich natürlich auch bei geführten Angeboten, bei denen die Kinder verschiedene Techniken und Fertigkeiten lernen, die sie später in einer freien Gestaltung selbstständig anwenden können. Anregend sind auch Bilderbücher, Spiele, Lieder, Erzählungen und vieles mehr, was die Phantasie und Kreativität der Kinder aktiv fördert.

Dies alles unterstützt sie in Zukunft ein selbstbestimmtes und individuelles Leben zu führen.

 

6.6 Bewegungserziehung

Regelmäßig gehen wir einmal in der Woche in Kleingruppen oder mit der Gesamtgruppe in den Bewegungsraum. Dabei erfahren die Kinder den Umgang mit den unterschiedlichsten Geräten, unter anderem das Schwungtuch, die Bogenroller, das Sprungbrett, Trunkästen.

Es werden unterschiedliche Formen der Bewegungserziehung angeboten. Dazu gehören Phantasiereisen, angeleitete Spiele, eine Bewegungsbaustelle und Ähnliches aus den Bereichen der Psychomotorik.

Unser Kindergarten sieht sich als eine Institution, die sich die ganzheitliche Förderung und Erziehung von Kindern zur Aufgabe gemacht hat. So dürfen Körper- und Bewegungserfahrungen nicht auf festgelegte Zeiten beschränkt sein, sondern sind ein integrierter Bestandteil des Kindergartenalltags.

In Zeiten der „Raumenge“ halten wir es für wichtig, den Kindern die Möglichkeit zu bieten ihren Bewegungsdrang auszuleben.

Durch die ganzheitliche Förderung des Körpers

  • bauen die Kinder Selbstvertrauen auf

  • entwickeln sie ein eigenes Körpergefühl

  • verbessern sie ihre Raumwahrnehmung

  • schulen die Kinder ihren Gleichgewichtssinn

  • fördern sie ihre Intelligenz

  • steigern und fertigen sie ihre gesamten motorischen Fähigkeiten

     

Über Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrungen werden die grundlegenden Lernprozesse in Gang gesetzt, welche die Auseinandersetzung des Kindes mit seinem Körper, seiner dinglichen und sozialen Umwelt unterstützt.

Kinder eignen sich über Bewegung ihre Welt an. Das zeigt, dass Kinder über Bewegung lernen und sie eine wichtige schulische Vorbereitung darstellt. Außerdem fördert die Bewegung die Intelligenz und Gesamtentwicklung der Kinder.

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