4. Unsere pädagogische Arbeit

4.1 Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern

Kinderbildungsgesetz KiBiz

Jedes Kind hat einen Anspruch auf Bildung und auf Förderung seiner Persönlichkeit. Seine Erziehung liegt in der vorrangigen Verantwortung seiner Eltern. Kindertageseinrichtungen ergänzen die Förderung des Kindes in der Familie und unterstützen die Eltern in der Wahrnehmung ihres Erziehungsauftrages.

§ 2 Allgemeiner Grundsatz – Kinderbildungsgesetz (KiBiz)

Recht des Kindes

Jedes Kind

hat das Recht

zu lernen,

zu spielen,

zu lachen,

zu träumen,

zu lieben,

anderer Ansicht zu sein,

vorwärts zukommen

und sich zu verwirklichen.

 

(Hall – Denis – Report)

 

4.2 Der situationsorientierte Ansatz

Der situationsorientierte Ansatz – gemeinsames Planen und Handeln durch die Individualität jedes Kindes.

Das Kind steht mit seiner individuellen Lebenssituation, seinen Stärken, Schwächen und Neigungen im Mittelpunkt der täglichen Arbeit. Der situative Ansatz setzt dort an, wo das einzelne Kind steht und greift Dinge auf, die für das Kind und seine Entwicklung wichtig sind.

Das Arbeiten im situationsorientierten Ansatz erfordert als Grundvoraussetzung die gezielte und fachliche Beobachtung jedes einzelnen Kindes. Es ist wichtig, die Gesamtsituation des Kindes zu sehen und seine Verhaltensweisen  und Fähigkeiten kennen zu lernen.

Auf Grund gezielter und freier Beobachtungen, planen wir unser pädagogisches Handeln und gehen somit individuell auf die Bedürfnisse und Wünsche des Kindes ein. Wir können uns somit ein Bild über das Kind machen und erfahren, wie es sich in der Gemeinschaft zurecht findet und ob es sich wohl fühlt.

In der Planung der Gruppenarbeit werden Absprachen getroffen und Möglichkeiten gesammelt, um sich auf jedes einzelne Kind und auf die Gesamtgruppe einstellen zu können.

Die Auswahl der Rahmen- und Projektthemen und die damit verbundenen Aktionen, basieren auf den gemachten Beobachtungen. Unser Ziel ist es durch unser Handeln und die Angebotsauswahl die Stärken der Kinder zu fördern.

Unser Leitgedanke: „Stärken stärken, Schwächen schwächen“!

In Reflektionen im Kleinteam werden Beobachtungen und Erfahrungen ausgetauscht. Dadurch ermöglichen wir uns, dass wir alle Stärken und Schwächen sowie Wünsche, Bedürfnisse und Verhaltensweisen eines Kindes kennen lernen und danach handeln. Durch die Teamzusammenarbeit können wir unsere Pläne gemeinsam mit den Kindern individuell und flexibel umsetzten.

Von den Erzieher/innen erwarten wir hier ein hohes Maß an Beobachtungsfähigkeit in Verbindung mit Kreativität um Anregungen für die Kinder zu entwerfen und durchzuführen bzw. in das Spiel des Kindes oder der Gruppe zu integrieren.

 

4.3 Bild des Kindes

Zu unserem Bild des Kindes möchten wir hier zunächst ein Zitat von Fröbel anfügen:

„Kurz zusammengefasst ist Fröbels Bild vom Kind: 

  • das Kind ist Teil der Natur und damit auch Teil von etwas Größerem (Fröbel nennt es Gott oder Göttliches)

In der Natur entwickelt sich alles zu dem, was in ihm angelegt ist, die Rosenknospe wird zur Rose, das Entenküken wird

zur Ente...

 

-> so hat ist auch jedes Kind individuell und der Erwachsene

    muss sich mit dem Kind auf den Weg machen um

    herauszufnden, was seine speziellen Begabungen, seine

    Berufung im Leben ist

    Deswegen muss Erziehung nach Fröbel

    "nachgehend" und nicht "vorschreibend" sein

 

  • das Kind möchte selbst etwas tun, also spielen und sich dadurch weiterentwicken

dazu hat Fröbel aufeinander aufbauende sog. Spielgaben

entwickelt“

(zu finden auf folgender Internetseite:
http://www.friedrich-froebel-online.de/p-ä-d-a-g-o-g-i-k/bild-vom-kind/)

 

Die hier beschriebenen Grundannahmen spiegeln auch unsere alltäglichen Erfahrungen mit den Kindern deutlich wieder. Sie sind somit eine Grundlage für unser Handeln.

 

4.4 Spiel

Wir sind der Meinung, dass das Spiel die ureigenste Ausdrucksform und ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung des Kindes ist. Spielprozesse sind Bildungsprozesse, Spiel ist aus unserer Sicht die erfolgreichste und tiefgreifendste Methode des Lernens. Gerade die seit PISA so vehement geforderten „Schlüsselkompetenzen“ werden durch spielerisches Lernen in der Elementarerziehung angelegt und vorbereitet. „Spielen ist Bildung – Bildung durch Spiel.“

Die Kinder unserer Einrichtung sind zwischen 1 und 6 Jahre alt. Ihre Hauptspielformen sind:

  • Symbolspiele („so tun als ob“)

  • die Realität wird verändert, um sie spielerisch zu begreifen

  • Konstruktionsspiele (z.B. bauen, malen, werken)

  • selbst gestalten und so „näher“ kennen lernen

  • < >

    in andere Lebensformen versetzen und neue Handlungsstrategien entwerfen

  • Regelspiele (z.B. Kreis-, Sing- und Bewegungsspiele)

  • Regeln werden erkannt, erfunden, variiert und zunehmend eingehalten

  • Sinneserfahrungen

  • in der U3 Pädagogik wird besonders das körperliche Erleben (mit allen Sinnen) durch verschiedenste Materialien, Höhenunterschiede, Raumlageveränderung, Schaukelerfahrungen etc. befriedigt und erweitert.

    In diesem Spiel geschieht in vernetzter weise die Entwicklung und Förderung von Fähigkeiten auf den Ebenen:

  • Emotionen (Erkennen bei sich selbst und anderen, damit umgehen lernen, benennen und in Kontakt treten mit …)

  • Grob-Motorik (erproben, entwickeln trainieren)

  • < >< >

    Sozialkompetenz (sich selbst erkennen auch als Teil einer Gemeinschaft …)

Diese Spielformen entwickeln sich nacheinander und beeinflussen sich gegenseitig. Ebenso wissen wir, dass Kinder handelnd lernen und zwar mit allen Sinnen. „Erzähle mir und ich vergesse.

Zeige mir und ich erinnere.

Lass es mich tunund ich verstehe.“

Konfuzius

 

Wir haben in unserer Einrichtung die Gestaltung der Räume (einladende Atmosphäre), das Angebot an Material und Handwerkzeug, die Auswahl der Spiele und Spielgeräte und unsere Arbeit mit den Kindern darauf ausgerichtet, ihnen vielfältige Anstöße für eigenes Tun und Entdecken zu bieten.

 

Spiel ist:

  • Elementarer Bestandteil der Entwicklung des Kindes

  • Förderung für soziale Beziehungen

  • Intensive Beschäftigung mit positiven und negativen Gefühlen, sich entwickelnden Weltansichten, Selbstkompetenz

  • Die Möglichkeit für das Kind sich Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen und Ängste zu bearbeiten

  • Lernen (Umgang mit Dingen und Menschen und sich selbst)

  • Erproben, üben, begreifen

  • Selbstständiges Handeln und Denken

  • Eigenmotivation (Freude am Tun)

  • Beanspruchung des ganzen Menschen, geistige und körperliche Fähigkeiten und seine Gefühle

  • Das Kind lernt:

     

  • den Umgang mit Dingen (Sachkompetenz)

  • den Umgang mit Menschen (Sozialkompetenz)

  • sich in die Welt der Erwachsenen einzuüben

  • soziale Beziehungen untereinander (Kommunikation)

  • sich selbst und seine Fähigkeiten im Umgang mit Dingen und Menschen kennen und zu bewältigen (seine Rolle/ seinen Platz zu finden)

    Wir Erzieher:

  • schaffen geeignete Spielräume (abwechslungsreich, selbstgestaltbar) und Spielzeit

  • schaffen geeignete Atmosphären um „Spiel“ entstehen zu lassen

  • laden zum Spielen ein

  • setzen Spielimpulse (Angebote, Stuhlkreis)

  • geben Hilfestellung beim Lösen von Konflikten

  • fördern Spielfähigkeit

  • schaffen Rituale zur Strukturierung und Orientierung des „Kindergartenalltags“ -> weil es Sicherheit und Vertrauen schafft

  • „vermitteln“ ggf. Spielpartner zu finden

  • achten und schätzen ihr Spielverhalten bzw. ihr Spielthema

  • vermitteln Regeln

    Ziel:     Wir möchten die Kinder dabei unterstützen, in die humane Zivilgesellschaft hineinzuwachsen. Förderung von Sozial-, Sach- und Selbstkompetenz.

 

4.5 Freispiel

Der Kindergartentag beginnt für jedes Kind mit dem Freispiel. Die Begrüßung, wenn das Kind in der Gruppe ankommt, ist sehr wichtig. Wir nehmen wahr, wer da ist und sehen in welcher Gemütsverfassung (gut gelaunt, traurig, müde...) sich das Kind befindet. Manche Kinder brauchen erst einmal Zeit zum Beobachten, andere vielleicht Trost oder die Unterstützung der Erzieherin beim Verabschieden der Eltern. Einige Kinder haben schon konkrete Spielideen und greifen sie gleich auf.

Hierzu stehen in der Gruppe verschiedene Spielbereiche zur Verfügung, welche die unterschiedlichen Bedürfnisse, Interessen und Möglichkeiten der Kinder unterstützen und die die Kinder selbstbestimmt nutzen können, wie z.B.:

  • Rollenspielbereich/Puppenecke mit Verkleidungsmöglichkeiten

  • Bauteppich mit verschiedenen Konstruktionsmaterialien

  • Kreativbereich mit Basteltisch

  • Lese- und Kuschelecke

  • Frühstückstisch mit Buffet an dem gemeinsam erzählt und gegessen wird

  • Kinderküche in der wir Speisen zubereiten (in der Regel fürs Frühstücksbuffet)

    Zu den zur Wahl stehenden Spielbereichen gehört auch noch:

  • der Flur (mit Wahrnehmungsspielen),

  • die anderen Gruppenräume, in denen es noch unterschiedliche Möglichkeiten gibt

  • der Bewegungsraum

  • der Garten bzw. der Hof

    Ab 09:00 Uhr, wenn die „Bring Phase“ zu Ende und die Außentür verschlossen ist, können jeweils zwei Kinder pro Gruppe (ohne die ständige Anwesenheit einer Erzieherin) in den Bewegungsraum miteinander spielen.

Nachdem sie eine Erzieherin der Gruppe gefragt haben, befestigen sie ihre Erkennungsschildchen/Namenschilder an der hierfür installierten Pinnwand im jeweiligen Gruppenraum. Diese Regel dient sowohl den Kindern zur Selbstständigkeitserziehung als auch uns zur Orientierung und Übersicht.

Sollte es mehrere Anfragen für den Bewegungsraum geben, wird ggf. abgewechselt, von einer Erzieherin begleitet oder gemeinsam mit der Gesamtgruppe gegangen.

Für die Flure und die anderen Gruppenräume gelten ebenfalls die Regel des Fragens und das „Anpinnen“ des Erkennungsschildchens/Namensschildes. Allerdings richtet sich hier die Anzahl der Kinder nach den Möglichkeiten und Entscheidungen der jeweiligen Aufsichtsperson.

Wer von den Kindern nach draußen auf den Hof oder in den Bewegungsraum dürfen, entscheiden die Erzieherinnen in den jeweiligen Gruppen nach Alter und Entwicklungsstandes des Kindes sowie auf der Grundlage folgender Überlegungen:

  • Bevor Kinder allein auf den Hof oder in den Bewegungsraum dürfen, haben sie die Gelegenheit, in der Gruppe zu beweisen, dass sie sich an Absprachen und Regeln halten. Hierdurch wird eine Vertrauensbasis zwischen Kind und Erzieherin geschaffen, die Voraussetzung für das Erweitern von räumlichen Grenzen ist.

  • Es dürfen nur Kinder auf den Hof oder in den Bewegungsraum, die bereits ein gewisses Maß an Selbstständigkeit besitzen und diese schon unter Beweis gestellt haben. Das beinhaltet z.B., dass sie in der Lage sind, andere Kinder und Erwachsene anzusprechen, wenn Hilfe nötig ist.

  • Eine weitere Voraussetzung ist es, dass sich die Kinder gut in den Räumlichkeiten der Einrichtung orientieren können und bereits Kontakt und Vertrauen zu den Erzieherinnen der anderen Gruppen haben.

  • Die Erzieherin wägt jeden Tag aufs Neue ab, ob sich das Kind in der Verfassung befindet, allein auf den Hof oder in den Bewegungsraum zu gehen.

    Wichtig ist uns bei der Entscheidung aber auch, dass für die Kinder deutlich ist warum und wie die Entscheidung entsteht.

    Warum wollen wir den Kindern diese Möglichkeit bieten?

Sich zu bewegen macht allen Kindern Spaß. In der Bewegung lernen sie ihren Körper, seine Möglichkeiten und Grenzen kennen. Der Bewegungsdrang der Kinder ist kaum zu zähmen und um ihn auszuleben, brauchen sie viel Platz und Zeit.

  • Der Hof sowie der Bewegungsraum bietet den Kindern
    zusätzliche Möglichkeiten ihre Grob- und Feinmotorik zu schulen, z.B. beim Klettern, Balancieren, Roller oder Laufrad fahren.

  • Der Hof und der Bewegungsraum geben den Kindern Raum für besondere Spielaktionen, die in der Gruppe nicht oder nur eingeschränkt möglich sind.

  • Wenn Kinder alleine in den Bewegungsraum oder auf den Hof dürfen, bedeutet es für sie Freiraum, „unbeobachtetes“ Spiel und die Stärkung des Selbstbewusstseins.

  • Wir unterstützen und fördern durch die freie Benutzung des Hofes und des Bewegungsraumes den individuellen Bewegungsdrang, die Selbstständigkeit und das eigenverantwortliche Handeln der Kinder.

  • Da jeweils zwei Kinder aus jeder Gruppe im Bewegungsraum oder im Hof sind, haben sie die Möglichkeit, Kinder aus anderen Gruppen kennen zu lernen und gleichzeitig müssen sie es schaffen miteinander auszukommen. Das fordert bestimmte Fähigkeiten, wie Kompromissbereitschaft und Offenheit anderen gegenüber.

Der Kontakt der Gruppen untereinander wird von uns nicht nur unterstützt (Gruppenübergreifende Workshops/Angebote, Projekte, Ausflüge, gegenseitige Besuche und gemeinsame Zeit im Garten) sondern auch wertgeschätzt.

Wir verstehen uns als eine Einrichtung, in der wir sowohl als Team als auch mit unseren vier Stammgruppen das Miteinander leben. Die Kinder erleben so nicht nur die vielen Facetten des Miteinanders als Beobachter, sondern können sich bei den verschiedensten Kontakten untereinander im Umgang mit anderen Menschen und sich selbst üben, z. B. sich abzusprechen, „einzuordnen“, durchzusetzen und ggf. auch unterzuordnen. Sie erproben und erlernen Sozialkompetenz.

Während der Freispielphase werden Ideen der Kinder aufgegriffen und von uns begleitet. So werden ihre Eigenmotivation und ihre individuellen Fähigkeiten unterstützt und sie fühlen sich in ihrem Tun ernst genommen, was ihnen in der Regel zu mehr Selbstbewusstsein und Mut für neue, zum Teil schwierige Aufgaben verhilft. In dieser Zeit werden auch die aktuellen Gruppenthemen in Bilderbuchbetrachtungen, Gesprächen und kreativen Angeboten behandelt. Dies ist für uns gelebte Partizipation.

 

 

Worte eines Kindes

Wenn zwei das Gleiche erleben, empfinden sie noch lange nicht dasselbe. Gib mir die Chance Meine besonderen Gefühle zum Ausdruck zu bringen, ohne sie nach deinen Kriterien zu bewerten.

Begleite mich, unterstütze mich und gib mir die Chance die Welt eigenständig zu erfahren. Ich schau dir in die Augen damit ich sicher bin das du mich wahrnimmst Ich berühre dich damit du von dem was ich dir sagen möchte, berührt wirst.
(Quelle unbekannt)

 

4.6 Sitz- und Stuhlkreise

Im Laufe des Vormittags findet in den Gruppen häufig ein Morgenkreis  statt. Dort wird gemeinsam etwas besprochen, gespielt, gesungen oder vorgelesen. Auch den Geburtstag von den Kindern und uns feiern wir in dieser Runde.

Die Versammlung im Stuhlkreis bietet den Kindern wiederum andere Herausforderungen und Möglichkeiten ihre Kompetenz zu stärken, z.B.

          Für die Sachkompetenz:

  • Erlernen von Reimen, Kreisspielen, Liedern, Fingerspielen u. ä.

  • Musik erleben, Rhythmus, Singen, Bewegungsgeschichten

  • Jahreskreislauf erfahren

  • Für die Sozialkompetenz:

     

  • Die gesamte Gruppe wahrnehmen (Zusammengehörigkeitsgefühl)

  • Regeln besprechen, Absprachen treffen

  • Rücksicht nehmen

  • Bedürfnisse wahrnehmen, äußern, zurückstellen oder durchsetzen

  • Für die Selbstkompetenz:

     

  • Freies Sprechen vor der Gruppe

  • Erlebtes wiedergeben

  • Bedürfnisse wahrnehmen, äußern, zurückstellen oder durchsetzen können

  • Interesse, Anerkennung und Wertschätzung der Anderen erfahren

  • Dazugehörigkeitsgefühl erleben

  • Sitzen bleiben können

  • Gehörtes behalten

 

4.7 Angebote innerhalb der Freispielphase

 

In der Gruppe finden individuell Angebote statt. Hier haben die Kinder z.B. die Möglichkeit in Kleingruppen zu basteln, kochen, backen, den Gruppenraum mit zu gestalten (z.B. bei themenbezogenen Projekten) und vieles mehr. Die Angebote erfordern von uns Erzieherinnen eine gezielte Planung, die wir, wenn möglich, in unserer Vorbereitungszeit erstellen. Die Themen unserer Angebote sind individuell, genauso wie die Kinder mit ihren Bedürfnissen, Wahrnehmungen, Empfindungen und Ideen.

Einige Beispiele für gezielte Angebote:

  • Vorbereitung auf/für Feste (Ostern, Weihnachten, Sommerfest o. ä.)

  • Angebote zu laufenden Projekten (siehe Projekte)

  • Anregungen/Ideen von Kindern/Eltern oder uns Erzieherinnen

  • Förderangebote aufgrund gemachter Beobachtungen (z.B. in Bereichen wie Feinmotorik, Sinneswahrnehmung etc.)

  • Aufgreifen von Ereignissen, die für die Kinder derzeit von Bedeutung sind (z.B. Zirkusbesuch, Karneval)

     

Wir bieten gezielt vielfältige Materialien und Techniken an, damit die Kinder den Umgang mit möglichst vielen verschiedenen Dingen und Methoden erproben, üben und begreifen können. Dabei erreichen wir auch Kinder, die im Freispiel bestimmte Spielbereiche meiden. Durch gezielte Aufforderung, liebevollen Zuspruch und vielseitige, attraktive Angebote motivieren wir sie und stärken so ihr Selbstvertrauen und ihre Kompetenz.

Außerdem erhält unsere Einrichtung einmal in der Woche Unterstützung durch unsere zwei engagierten Vorlesepaten. Die Kinder welche Lust dazu haben, können dann an einer Bilderbuchbetrachtung/Vorlesestunde teilnehmen.

 

4.8 Projektarbeit – Rahmenthemen

Eine wichtige Basis für unsere pädagogische Arbeit ist es, sowohl die Entwicklung der Gesamtgruppe, als auch die einzelner Kinder zu beobachten. Wir haben dadurch die Möglichkeit, gezielt zu planen und pädagogisch zu handeln. Aufgrund dieser Beobachtungen entstehen z.B. auch Projekte.

Beispiel:

Innerhalb der Gruppe beobachten wir, dass einzelne Kinder Schwierigkeiten haben Kontakte mit anderen aufzubauen oder zu halten. Aus dieser, an der Lebenssituation der Gruppenmitglieder orientierten Situation kann z.B. das Projekt „Freundschaft“ entstehen.

Das kann, muss aber nicht heißen, dass in Projekten Problematiken bearbeitet werden. Es kann sich auch um Handlungswünsche und Ideen von Kindern, Eltern oder Erzieherinnen handeln.

Beispiel:

Wir beobachteten, dass sich einzelne Kinder aus ihren Bildern mit Hilfe eines Tackers o. ä. „Bücher“ herstellen. Dieses Thema wurde aufgegriffen und in gemeinsamer Planung mit Erzieherinnen und Kindern entwickelte sich ein Projekt mit dem Ziel: „Wir erstellen ein eigenes Kinderbuch“.

Des Weiteren ergeben sich Projekte auch aus einfachen Alltagserlebnissen.

Beispiel:

Wir beobachten, dass die Kinder auf unserem Außengelände auf Wespen und Bienen oder andere Insekten aufgeregt reagieren.

Daraus entsteht das Projekt Bienen und Wespen, das uns über einen längeren Zeitraum begleitet. Wir erforschen, stellen Fragen finden heraus und unterscheiden … Ebenso entwickeln wir kreative Angebote und gestalten diese passend zum Thema.

 

Weitere Projektinitiativen können sein:

  • Jahreszeiten (Frühling, Sommer...)

  • Jahreszeitenbedingte Ereignisse (Feste wie Weihnachten, Ostern)

  • Aktuelle Spielthemen (z.B. Familie, Arzt)

  • Aktuelle Interessenthemen der Kinder (z.B. Dinosaurier, Piraten, Märchen)

  • Veränderung der Einrichtung (z.B. Umgestaltung des Außenbereichs/der Gruppen)

 

Ein Projekt kann über Tage, Wochen oder sogar Monate den Alltag bestimmen. Das hängt vom Verlauf und Interesse aller Beteiligten ab. Ein wichtiger Aspekt, den wir als Erzieherinnen bei der Arbeit in Projekten sehen ist, dass das Kind hier in größeren Sinnzusammenhängen lernt. Es verfolgt und bearbeitet eine Sache bis zum Ziel, also von ihrer Entstehung bis zum Abschluss.

Dabei achten wir darauf, dass möglichst vielseitige und abwechslungsreiche Erfahrungen gemacht werden können, damit sich jedes Kind darin wieder finden kann. Angebote sollen die Selbstständigkeit der Kinder unterstützen und ihre Mitsprache und Mitgestaltung herausfordern. Kinder erfahren ihre Tätigkeit unmittelbar als sinnvoll, wenn das Thema aus ihrem Lebensbereich stammt, wenn sie mitentscheiden und gemeinsam mit uns nach Wegen der Bearbeitung suchen können.

Sie erfahren dadurch Anerkennung und Wertschätzung ihrer Meinung und Ideen und ihrer Selbst.

 

4.9 Teiloffene Gruppenarbeit

Jedes Kind gehört einer festen Gruppe an. Wir ermöglichen ihm hierdurch kontinuierliche Bezugspersonen, die ihm Sicherheit und Geborgenheit geben.

Das Kind kann sich räumlich orientieren, für sich eine Regelmäßigkeit im Alltag finden und Kontakte sowie Freundschaften mit anderen Kindern schließen.

Die Gruppennamen geben dem Kind Identifikationsmöglichkeiten und ein Zugehörigkeitsgefühl.

Im Verlauf des Tages bieten wir den Kindern einen Austausch mit den anderen Gruppen an. Die Kinder können wählen, welche Gruppe sie besuchen möchten, um sich mit anderen Freunden zu treffen, alle Erzieherinnen kennen zu lernen oder dortige Angebote zu nutzen. Darüber hinaus können auch einzelne Kindergartenkinder in Absprache mit einer Erzieherin die Turnhalle und den Garten nutzen. (siehe Abschnitt: Selbständigkeit)

 

4.10 Umgang mit Konflikten

Auszug aus dem Fachbuch:  Praxisbuch Kindergarten

Psychomotorische Förderung

von Renate Zimmer

„Bei Kindern, die den Kindergarten besuchen, befindet sich der Aufbau der Sozialentwicklung noch in den Anfängen. Ihre egozentrische Perspektive - sie erleben sich als Mittelpunkt der Welt, um den sich alles dreht - hindert sie daran, sich in die Rolle anderer hineinzuversetzen. So fällt es ihnen z.B. schwer, nachzuempfinden, wie ein Kind fühlt, das bei einem Spiel ausgeschlossen wird oder beim Spiel zu zweit keinen Partner findet. Nur wenn sie selber von einer solchen Situation betroffen sind, können sie außerordentlich empfindsam darauf reagieren“.

Das Erlernen eines positiven Umgangs mit Konflikten ist ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Spiels. Dies zu üben ist eines unserer Ziele. Hierbei ist es uns wichtig, die Kinder zu beobachten und zu begleiten. Wir signalisieren den Kindern durch unser Verhalten, dass wir ihre Konflikte und ihren Ärger/Wut auf den Anderen ernst nehmen. Denn auch Streiten will gelernt sein und bedeutet das Einhalten von Regeln.

Eine dieser Regeln ist es, Konflikte verbal, das heißt mit Worten und Kompromissen zu lösen. Wir möchten den Kindern deutlich machen, dass wir, egal wer den Konflikt begonnen hat, erst einmal unparteiisch zuhören um gemeinsam mit den betroffenen Kindern nach den Ursachen zu forschen und sich dabei Zeit nehmen. Zusammen mit den Kindern eine Lösungsmöglichkeit zu erarbeiten, ist das Ziel. Dazu gehört auch das Hinterfragen nach den einzelnen Gründen. Z.B. Warum hast du gehauen? Was hat dich geärgert? Wie hättest du reagieren können? Wir möchten den Kindern deutlich machen, welche Konsequenzen das eigene Handeln in Auseinandersetzungen auf andere und sich selbst haben kann. Den Kindern wird die Möglichkeit gegeben Fehlverhalten zu erkennen und daraus Rückschlüsse für weiteres Handeln zu ziehen. Ziel der Konfliktlösung ist es, dass die Kinder lernen, sich selbst und andere Kinder mit Bedürfnissen wertzuschätzen.

Auf Grund der kognitiven, sprachlichen und altersbedingten Entwicklung der Kinder unter drei Jahren, werden dort Konflikte überwiegend auf der körperlichen Ebene ausgetragen (beißen, kratzen, schreien)

Der Kindergarten ist Lernfeld für eine Vielfalt an Konflikten mit individuellen Problemlösungen.

Dieses Vorgehen ist möglich auf der Grundlage des gegenseitigen Vertrauens. Beobachten die Erzieherinnen die Entstehung eines Konfliktes greifen sie bei einer Eskalation ein, sorgen für eine Unterbrechung der Situation und nehmen in oben beschriebener Weise die Rolle eines steuernden Moderators ein. Um den Kindern den geschützten Raum, die Zeit und die Möglichkeit zu geben eine Lösung des Konfliktes zu finden.

 

4.11 Inklusion

„Inklusion heißt, Menschen willkommen zu heißen. Niemand wird ausgeschlossen, alle gehören dazu: zu unserer Gesellschaft, unserer Kommune, zu jeder kleinen oder großen Gruppe und Gemeinschaft.   Alle werden anerkannt und alle können etwas beitragen. Unsere Gesellschaft wird reicher durch die Vielfalt aller Menschen, die in ihr leben.

Das Wort Inklusion kommt aus dem Lateinischen und heißt so viel wie „Einschließen“ – im positiven Sinne von „Einbeziehen“: Alle Menschen gehören dazu, jeder kann mitmachen.“

Dieses Zitat aus dem Bornheimer Leitfaden zur Inklusion machen wir uns in unserer Einrichtung zu Eigen. Es ist Thema in all unseren Handlungsschritten. Wir machen uns auf den Weg fit zu werden, um Raum für Viele zu bieten und die eigenen Grenzen zu erkennen. Auf dem Weg dahin ist unser „Einzelintegrationskonzept“ und die Vernetzung mit Fachkräften ein Hilfsmittel zur Entwicklung. Inklusion als Querschnitts-Thema in der Einrichtung, die sich als „lernendes System“ versteht. In unserem Fortbildungskonzept berücksichtigen wir Themenbereiche, die unsere Handlungsfähigkeit insbesondere im Umgang mit Vielfalt erweitern.

Derzeit legen wir hier bewusst keine Schwerpunkte fest, da hieraus zum jetzigen Zeitpunkt unnötige neue Separierungsmomente entstehen. Daher ist es ein wichtiges Anliegen uns mit Fachkräften und Fachinstitutionen zu vernetzen um dabei Wege zu finden, wie notwendiges Fachwissen und fachlich angemessene Handlungen den Weg in unsere Einrichtung finden.

Im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention anerkennen wir das Recht auf inklusive Bildung und verfolgen das Ziel, allen Kindern Wertschätzung und „Angenommen sein“ entgegenzubringen. Im Fokus stehen die individuelle Entwicklung und die ganzheitliche Förderung des Kindes. Wir arbeiten daran, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen und inklusive Anliegen/ Forderungen schrittweise umzusetzen.

Kommunikation ist unsere menschliche Möglichkeit mit Begegnung umzugehen. Kommunikation geschieht auf allen 5 Wahrnehmungskanälen und geschieht in weiten Teilen unbewusst und beruht auf Erfahrung. Unsere gesunde Neugier hilft uns immer weiter neue Erfahrungen zu gewinnen, zu lernen, sich neu zu begegnen. Geprägt sind wir dabei aber auch von unserer Kultur.

Unsere Zielvorstellung ist die Weiterentwicklung zu einer inklusiven Einrichtung, die die Möglichkeit bietet, ausnahmslos von allen Kindern im Wohnbereich besucht zu werden. Durch den kontinuierlichen Abbau von Barrieren jeglicher Art und durch die Bereitstellung der erforderlichen Ressourcen hat sich ein lebendiges inklusives Denken und Handeln in den Alltag etabliert. Inklusion und Partizipation haben sich zu einer Grundhaltung entwickelt. Dabei erfährt jedes Kind eine optimale Persönlichkeitsförderung in den Bereichen der geistigen, körperlichen, sprachlichen und seelischen Entwicklung gemäß seinen individuellen Möglichkeiten. Unterstützt wird dieser Anspruch durch das Arbeiten in kleineren Gruppen mit entsprechendem Fachpersonal, das in ausreichendem Maß zur Verfügung steht (multiprofessionelles Team) und damit die wertvolle Ressource „Zeit“ gewährleistet.

Die Arbeitsatmosphäre ist geprägt durch gegenseitige Wertschätzung. Die Zusammenarbeit im (multiprofessionellen) Team ermöglicht einen regen Austausch und gegenseitige Hilfe.

Die räumliche und sächliche Ausstattung der Einrichtung gewährleistet, dass Spiel, Lernen und Partizipation gefördert werden und jeder davon profitiert. Umfassende therapeutische Angebote (Logopädie, Ergotherapie, Krankengymnastik/ Psychomotorik) stehen der Einrichtung zur Verfügung. Durch eine schrittweise Umsetzung von Inklusion und die Schaffung der erforderlichen Rahmenbedingungen können wir allen unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden und leisten eine Inklusion mit Qualität. Mitarbeiter und Erziehungsberechtigte akzeptieren die Vielfalt, Kinder fühlen sich bei uns wohl und angenommen. Inklusion und Partizipation sind eine Grundhaltung unserer Einrichtung.

In der Kita begegnen sich viele Kulturen. Somit ist es notwendig, dass sich die Einrichtung entwickelt die Kommuniktaion zu fördern und bei den Handlungen und Plänen eine interkulturelle Folgenabschätzung zu realisieren. Wie wirkt sich diese oder jene Regel, das Fest, der Plan, die Vereinbarung auf die im Kindergarten anwesenden Personen (alt oder jung) aus, wie werden wir verstanden.  … vgl. Waik Institut Köln, www.waik-institut.de

Jede/r darf sein wie er/sie ist und dennoch darf sich jede/r ändern und Entwickeln. Diese Entwicklung und Vielfalt fördern verstehen wir als unsere Aufgabe. Umgang mit Anforderung der “Gesellschaft“ an Konformität wollen wir immer wieder neu finden Somit sind wir eine lernende Einrichtung.

Eine gewisse „Vielfalt“ ist seit jeher ein wesentliches Merkmal der Kinder, die unsere Einrichtung besuchen. Wir haben immer schon Wert darauf gelegt, allen Kindern in ihrer Unterschiedlichkeit gerecht zu werden. In den letzten Jahren ist die Anzahl von Fällen der Einzelintegration beständig  gewachsen, seit mehreren Jahren gehören Therapeuten/ Sozialarbeiter zum Team.

Von jeher kommen Kinder mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen in unsere Einrichtung, Tendenz zunehmend. Die Anzahl an Kindern mit Migrationshintergrund prägt insgesamt die Arbeit in unserer Einrichtung.

Wir arbeiten mit altersgemischten Lerngruppen, um auf diese Weise mehr Lernfelder zu eröffnen.  Förderpläne/ Portfolios beschreiben die individuelle Situation des Kindes und werden zum regelmäßigen Austausch genutzt.

Neben einer intensiven Elternarbeit kooperieren wir mit vielen Institutionen: Frühförderstellen, kinderpädiatrischen Zentren, anderen Tageseinrichtungen, Kinderärzten, Therapeuten, Schulen, Jugend-, Sozial- und Gesundheitsamt. Darüber hinaus haben wir mit dem Kompetenzzentrum.

Weitere selbstverständliche Stichworte sind:

  • Situativer Ansatz

  • Einzelintegration
  • Vielfältige Herkunft der Familien nutzen um Vielfalt der Kulturen zu leben

 

Hinweise zum Datenschutz:

Mit dem öffnen der Seite sind Sie mit den im "Impressum und Datenschutz" dokumentierten Bedingungen dieser Seite Einverstanden.

Telefon

+49 2227 909576

Fax

+49 2227 909577

 

Öffnungszeiten

Mo. - Fr.

07:00 - 16:15

 

Nutzen Sie auch gerne direkt unser Kontaktformular.

________________________

Rundum Ausgabe

 

November/Dezember  2018

 

 

 

Flora Flohmarkt immer am 1. Sonntag im Oktober

letzter Termin war 07.10.2018 von 10:00 - 14:00 Uhr

 

Unser Netzwerk KiSchu (Kindergarten und Schule) im Vorgebirge wurde im Frühjahr 2015 ausgezeichnet (siehe Aktuelles und Grundschule<-> Kita)